Hauptschule
In der Hauptschule sollen Schüler auf ihren direkten Berufseinstieg vorbereitet werden, somit spielen Praxis und Methoden die wesentliche Rolle. Arbeitslehre hat hier die Bedeutung eines Hauptfachs – mehr noch als der Erwerb z. B. einer ersten Fremdsprache. Fächerübergreifend geht es darum, dem Schüler Kriterien und Strategien zur Berufsorientierung darzustellen – ergänzend auch durch Betriebserkundungen oder Praktika. Wichtig ist, Berufswahl nicht als momentanen Ausblick, sondern als lebenslang relevanten Handlungs- und Entscheidungsprozeß zu vermitteln. Somit ist der Hauptschulabschluß nach der 9. Klasse Grundlage für eine berufliche Aus- und Weiterbildung. Der Abschluß besteht aus den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache und kann freiwillig um eine Projektprüfung erweitert werden.In Berlin und NRW handelt es sich hingegen um zehn Jahre. Schließt Berlin mit dem Erweiterten Hauptschulabschluß ab, kann in NRW zusätzlich noch der Realschulabschluß mit Fachhochschulreife erworben werden.
Niedersachsen führt eine landesweite Abschlußprüfung durch, die bei erfolgreicher Teilnahme nicht nur den Realschulabschluß ersetzt, sondern auch den Besuch der gymnasialen Oberstufe bzw. eines Fachgymnasiums ermöglichen kann. Seit 2004 ist der “Betriebstag” fester Bestandteil des Lehrplans: Einmal pro Woche arbeitet der Schüler bei einem örtlichen Arbeitgeber, um sich langfristig für das Berufsleben zu qualifizieren.
Bayern bietet neben dem zusätzlich qualifizierenden Hauptschulabschluß auch die Teilnahme an P(raxis)klassen für eher lernschwache, aber praktisch begabte Schüler an sowie auch das Erreichen des Mittleren Bildungsabschlusses (M-Klassen).
Rheinland-Pfalz, Hamburg, das Saarland und Bremen lassen das Hauptschulmodell auslaufen, in den neuen Ländern hat es das nie gegeben. Dennoch muß auch dort an (integrierten) Realschulen der Hauptschulabschluß bundesweit vergleichbar ermöglicht werden.



